IVD-APH Pilotprojekt 2023

Kurzbeschreibung

Seit 2013 wird im Rahmen der Integrierten Versorgung Demenz Oberösterreich (IVD OÖ) an der Weiterentwicklung eines Konzepts zur Versorgung dementiell erkrankter HeimbewohnerInnen gearbeitet. Das Pilotprojekt 2023 fällt in die dritte Projektphase.

Projektphase 1 (2013 – 2015):

Erstellung des Basiskonzepts

Pilotierung in 4 Häusern in einer städtischen und einer ländlichen Region (Wels/Kirchdorf)

Evaluierung

Regelbetrieb: 2 Häuser

Projektphase 2 (2017 – 2019)

Adaptierung des Konzepts auf Basis der Evaluation

Pilotierung in drei Heimen in Oberösterreich

Evaluierung

Regelbetrieb: 3 Häuser

Projektphase 3 (2023 – 2025)

Umsetzung des Rahmenkonzepts IVD-APH

Stärkung der nichtpharmakologischen Therapie bei Demenz (Psychologieleistungen + MAS Trainings)

Pilotierung in fünf Heimen in Oberösterreich (BSH Ebensee, BAPH Kallham, BAPH Sierning –> MAS Alzheimerhilfe; Haus für Senioren Linz, Seniorenzentrum Keferfeld/Oed –> Volkshilfe GmbH

Finale Evaluierung und Feinjustierung

Projektziel

Ziel 1: Stärkung vorhandener Ressourcen bzw. gezielte Förderung der Fertigkeiten und Fähigkeiten von BewohnerInnen mit Demenz

Ziel 2: Reduktion von Verhaltensauffälligkeiten

Ziel 3: Steigerung der fachlichen Expertise durch interdisziplinäre Teamarbeit

Ziel 4: Rollout auf OÖ

Projektleitung

ÖGK – Landesstelle OÖ, Land OÖ Abteilung für Gesundheit & Abteilung für Soziales

Projektlaufzeit

September 2023 – August 2025

Projektpartner

Projektinhalt

In Oberösterreich gibt es aktuell 134 Alten- und Pflegeheime (APH). Laut einer österreichischen Prävalenzstudie aus dem Jahr 2003 haben 63,5 Prozent aller in Pflegeheime aufgenommenen Personen eine Demenzerkrankung, mit zunehmendem Alter steigert sich diese Zahl auf bis zu 80 Prozent der BewohnerInnen in Alten- und Pflegeheimen.

Je nach Schweregrad der Demenz können Verhaltensauffälligkeiten wie Aktivitätsstörungen, Aggressivität, Schlafstörungen, Ängstlichkeit und affektive Störungen bis hin zu paranoiden Ideen, Wahnvorstellungen und Halluzinationen auftreten. Die erste Pilotierung der Integrierten Versorgung Demenz in vier oberösterreichischen Alten- und Pflegeheimen (2013 – 2014) hat durch heiminterne Erhebungen gezeigt, dass Verhaltensauffälligkeiten nach Stürzen der zweithäufigste Transportgrund in ein Krankenhaus waren. Um diesem persönlichen Leid für Betroffene und den damit verbundenen Herausforderungen im Pflegealltag zu begegnen, werden pharmakologische und nicht-pharmakologische Behandlungen herangezogen.

Nicht-pharmakologische Behandlungen werden von der Österreichischen Alzheimergesellschaft und den Deutschen Fachgesellschaften für Neurologie (DGN) sowie Psychiatrie (DGPPN) auf Basis von wissenschaftlichen Studien schon lange empfohlen. Sie reduzieren Krankenhausaufenthalte und verbessern die kognitiven Leistungen sowie die Fähigkeiten rund um die Aktivitäten des täglichen Lebens bei Menschen mit Demenz. Weiters verbessert sich die Stimmung sowohl bei Betroffenen als auch bei den Pflegekräften und Angehörigen. Folglich stützt sich das vorliegende Konzept APH-intern erstens auf die pharmakologische Behandlung von BewohnerInnen mittels Visiten der Hausärztinnen/Hausärzte und zweitens auf nicht-pharmakologische Behandlungen durch MAS Gruppenangebote, Psychologieleistungen und interdisziplinäre Fallbesprechungen zwischen den Hausärztinnen/Hausärzten, den Beschäftigten der Betreuung und Pflege, der Psychologin bzw. dem Psychologen und den MAS Trainerinnen/Trainern. Parallel zu den pharmakologischen und nicht-pharmakologischen Interventionen absolvieren MitarbeiterInnen der Alten- und Pflegeheime begleitend die MAS Aktivtrainerausbildung+ (6 Schulungstage).